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Kulturelles Erbe und Naturschutz in Mooren – Spannungsfeld und Synergien

Moore, von Wasserüberschuss gekennzeichnete Teile der Landschaft. Als ausgedehnte Hochmoore, in Niederungen entlang von Bächen, Flüssen und in Senken, in den Uferbereichen von Seen oder im Übergangssaum zu Nord- und Ostsee waren sie in Deutschland über Jahrtausende prägende Elemente der Landschaft. Als Lebensraum zahlreicher spezialisierter Arten und Biozönosen, Wasserspeicher und Kohlenstoffsenke sind sie wichtige Bestandteile des ökosystemaren Wirkungsgefüges. Der in ihnen akkumulierte Torf bildet ein besonderes Bodenarchiv, in dem menschliche Hinterlassenschaften wie Moorwege oder Reste von Siedlungen und als Proxies auswertbare biotische und abiotische Bestandteile unter weitgehendem Sauerstoffabschluss konserviert werden. Melioration und Nutzungen haben dazu geführt, dass große Teile dieser Landschaften weitgehend zerstört oder zumindest massiv beeinträchtigt wurden und immer noch werden. Wohl kaum ein anderer Naturraum in Europa war in so kurzer Zeit einem so nachhaltigen Wandel unterlegen wie diese Sumpflandschaften. Ihr Schutz und ihre Entwicklung stellt daher heute ein zentrales Anliegen des Natur- wie auch des Denkmal- und Kulturgut-/Kulturlandschaftsschutzes dar (Projektfyler).

Die Veranstaltung fokussiert auf diese Thematik und damit auf die Entwicklung und Umsetzung von Maßnahmen zum Schutz und der Entwicklung von Feuchtgebieten. Dabei geht es darum, einen vermehrt interdisziplinären Ansatz zu etablieren. Die handelnden Akteure sollen für die unterschiedlichen fachlichen Problemstellungen sensibilisiert und damit verbundene Belange informiert werden, um mögliche (Interessens-) Konflikte bereits frühzeitig zu identifizieren und Synergien zu erschließen.

Dazu ist die Veranstaltung in zwei aufeinander aufbauende Teile gegliedert:

Teil I, am 24. Mai 2022, findet als online-Veranstaltung statt und dient der Einführung in die Problemstellung. Anhand von drei Referaten wird in die Themenfelder 'Landschaftsökologische und naturschutzfachliche Aspekte von Mooren', 'Archivfunktion und Aspekte des Denkmal- und Kulturlandschaftsschutzes in Mooren' und 'Rechtliche Aspekte des Natur- und Kulturschutzes in Mooren auf Landes- Bundes- und EU-Ebene' eingeführt.

Teil II, am 08. und 09. November 2022, ist eine zweitägige Präsenzveranstaltung in der Deutschen Bundesstiftung Umwelt in Osnabrück. Der erste Tag wird die Vorstellung und Diskussionen verschiedener Fallstudien aus Mooren unterschiedlicher Landschaftsräume aus Deutschland und Dänemark beinhalten. Am Ende steht eine moderierte Podiumsdiskussion unter Beteiligung der Tagungsteilnehmer mit Vertreterinnen und Vertretern aus den Bereichen Natur-, Denkmal-/ Kulturgutschutz und Recht.

Am zweiten Tag findet eine Exkursion in eine der größten Moorniederungen Nordwestdeutschlands, die Dümmerniederung, statt. Hier werden verschiedene Maßnahmen des Natur- und Denkmalschutzes aus den zurückliegenden fünf Jahrzehnten und die Ergebnisse verschiedener Monitoringprogramme vor Ort präsentiert und diskutiert.

Die Veranstaltung richtet sich an Vertreter aus Behörden und Verwaltungen, Planungsbüros, dem Landschaftsbau, archäologischen Grabungs- und Fachfirmen, NGOs, die Landwirtschaft und sonstige in Mooren tätige Akteure und Akteurinnen.

Termine und Anmeldung:

Teil I: 24. Mai 2022, 14.00-7.00 h

Digitale Veranstaltung (kostenfrei)
Programm

Teil II: 8./9. November 2022

08.11.2022
Präsenzveranstaltung
Vorträge und Diskussionen (Ort: Deutsche Bundesstiftung Umwelt, Osnabrück)*)
Teilnahmegebühr 60,- €**)
Programm folgt in Kürze

09.11.2022
Ganztagesexkursion (Bus) in die Dümmerniederung*)
Teilnahmegebühr 40,- €
(nur für Teilnehmer der Veranstaltung am 08.11.2022)

Rückfragen richten Sie bitte an: natur-denkmalschutz@dgmtev.de

Anmeldung


*) Die Teilnehmerzahl der Präsenzveranstaltung ist begrenzt. Sie unterliegt den zum Zeitpunkt der Veranstaltung geltenden Hygieneregelungen des DBU Zentrum für Umweltkommunikation

**) Die Teilnahmegebühr beinhaltet das Mittagessen

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